Wood Buffalo National Park

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Wood Buffalo National Park

Ganz unten im Süden der Northwest Territories liegt dieses Naturschutzgebiet, das sich über die Provinzgrenze hinaus bis nach Alberta erstreckt. Mit einer Fläche so groß wie die Schweiz, ist der "Wood Buffalo National Park" der größte Nationalpark Kanadas sowie der zweitgrößte weltweit und gehört zudem zu den World Heritage Sites. Sein Name ist Programm, denn als er im Jahre 1922 gegründet wurde, geschah dies unter anderem zum Schutz der letzten Waldbisons der Region – den Wood Buffalos. Auch heute noch leben rund 6.000 Bisons im Park und bilden die größte frei lebende Gruppe weltweit. Fernglas parat? Kamera griffbereit? In der Regel dauert es nicht lange, bis man – meist direkt am Straßenrand - den ersten Bison entdeckt. Und wo einer ist, ist der nächste sicher nicht weit… Die friedlichen Giganten wandern von Lichtung zu Lichtung und überqueren dabei des öfteren die Straße. Auch Jungtiere sind meist dabei. Bedächtiges Schnaufen, das Herz schlägt schneller, die Kamera klickt. Stolze 900 kg können die männlichen Tiere auf die Waage bringen und dabei nicht selten eine Länge von bis zu 3,80 m erreichen. Es sind die größten Landsäugetiere Nordamerikas – da darf man durchaus beeindruckt sein…! Schnell kommt echtes „Der mit dem Wolf tanzt“-Feeling auf. Kevin Costner hat die großen Herdenszenen seinerzeit tatsächlich im Wood Buffalo Nationalpark gedreht – Hollywood lässt grüßen!

Auch wenn die Bisons dem "Wood Buffalo National Park" seinen Namen gegeben haben, sind sie natürlich nicht die einzigen Parkbewohner. Rund 300 Tierarten nennen den Park ihr Zuhause, darunter Wölfe, Bären und Elche sowie rund 250 Vogelgattungen. Tausende von Zugvögeln überqueren die Region zweimal im Jahr auf ihren Flügen in die Sommer- bzw. Winterquartiere. Auch die weltweit letzten Nistplätze des vom Aussterben bedrohten Schreikranichs befinden sich auf dem Gelände des Parks. Seit Frühjahr 2015 bietet Parks Canada die „Whooping Crane Iconic Experience“ an, bei dem die Teilnehmer die seltenen Tiere in ihrem Sommerrevier beobachten können. Auf dem Programm stehen neben Experten-Vorträgen über die positive Entwicklung der Bestände, geführten Wanderungen, Kanutouren sowie Monitoring und Recovery Projekten optional auch Beobachtungsflüge im Helikopter oder Festflügelflugzeug. Ein super Erlebnis, nicht nur für Ornithologen!

Im Nordosten des Nationalparks befinden sich die einzigartigen Salt Plains. Quer durch die Ebene sprudeln unterirdische Salzrückstände eines vorzeitlichen Meeres aus Quellen an die Oberfläche und formen an manchen Stellen Hügel von bis zu zwei Metern Höhe. Im Frühjahr verteilt sich das Salz über die gesamte Fläche und formt faszinierende weiße Muster auf dem Boden. Das Salz ist reines Tafelsalz, das sich vor vielen Millionen Jahren abgesetzt hat. Ein kurzer Fußmarsch vom Salt Plains Aussichtspunkt führt serpentinenförmig die steile Böschung in die Ebene hinab. Markierte Wanderwege gibt es hier nicht, dafür einen wunderbaren Eindruck von Solequellen, Salzhügeln und der salztoleranten Vegetation sowie natürlich eine Vielzahl an Tierspuren. Schuhe aus und barfuß über die Salt Plains – eine Wohltat für die Füße!

Neben eher gemütlichen Spaziergängen gibt es im Park selbstverständlich auch anspruchsvollere Routen – bei sportlichen Tagesmärschen oder ausgiebigen Mehrtagestouren schlägt das Herz passionierter Wanderer höher. Ein Rascheln im Unterholz, ein schnaubendes Geräusch … na, wenn das mal kein Bison ist!