First Nations Kunst nördlich des Polarkreises

First Nations Kunst nördlich des Polarkreises

Sie ist die größte Stadt Kanadas nördlich des Polarkreises. Gleichzeitig die nördlichste, die noch auf dem Straßenweg  – nämlich über den Dempster Highway - zu erreichen ist: Inuvik in den Northwest Territories. Rund 100 km vor der Beaufort-Sea liegt das 3.500 Einwohner zählende Städtchen auf einem flachen, bewaldeten Plateau nahe der nördlichen Waldgrenze am Übergang von der Taiga zur Tundra.

Seit dem Jahr 1989 verwandelt sich dieses abgelegene Fleckchen Erde  jedes Jahr im Juli für rund 10 Tage zum Kunstzentrum der First Nations, wenn sich hier bis zu 80 schaffende und 40 darstellende Künstler aus Kanadas Norden im Rahmen des Great Northern Arts Festivals versammeln.

Sie sind Inuit, Inuvialuit, Gwich’in, Dene, oder Métis und  Ureinwohner vieler anderer kanadischer Stämme. Sie kommen von weit her, um ihre Arbeit zu zeigen, zu singen und zu tanzen, sich mit anderen Künstlern auszutauschen und neue Techniken zu erlernen. Und nicht zuletzt kommen sie, um die Vielfalt zu feiern, die den Norden Kanadas ausmacht.

In keiner Region des Landes haben es die Künstler schwerer als hier. Die geographische Abgeschiedenheit bedeutet nicht nur unerschwingliche Reisekosten, um die eigenen Kunstwerke in anderen Teilen Kanadas zu präsentieren. Vor allem bedeutet sie auch eine schwierige Versorgung mit den künstlerischen Werkstoffen. Auch die Deckung einfachster Grundbedürfnissen, wie beispielsweise die Ablichtung der Kunstwerke für die eigene Kunstmappe durch einen professionellen Fotografen, lässt sich hier oftmals nicht realisieren. Was im Süden des Landes als selbstverständlich hingenommen wird, ist im Norden oft gar nicht verfügbar oder aber unbezahlbar. Das Great Northern Arts Festival möchte seinen Künstlern daher eine Plattform bieten, um den eigenen Erfahrungsschatz zu erweitern.

Die Zusammenkunft einer derartig großen Anzahl an First Nations Künstlern mit ihren unterschiedlichen Traditionen, Techniken und Talenten sucht ihresgleichen. Besucher aus der ganzen Welt strömen herbei, um diese Vielfalt an einem einzigen Ort erleben zu können. Und wer Lust hat, seine künstlerischen Fähigkeiten einmal selbst auszuprobieren und die Techniken der Ureinwohner des Nordens zu erlernen, der kann an einem der angebotenen Workshops teilnehmen. 

 

 

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