Die Northwest Territories sind eine der größten makellosen Wildnisregionen in Kanada.

Wenn der Verkehr in den Northwest Territories zum Erliegen kommt, liegt die Ursache in der Regel nicht etwa an einem zu hohen Verkehrsaufkommen oder an Straßenbauarbeiten. Wahrscheinlicher ist es, dass die Straße gerade von der heimischen Tierwelt in Anspruch genommen wird. Sei es eine Barrikade aus Bisons, eine Horde neugieriger Bärenjungen oder eine riesige Herde von Karibus, die es nicht eilig zu haben scheint. 

Vom Highway aus erspähen Sie Waldbisons, Elche, Füchse, Schwarzbären, Grizzlies, Biber und Bisamratten. Aus dem Flugzeug oder vom Wasser aus können Sie zudem Karibus, Moschusochsen und Wale beobachten. Wenn Sie im Winter in diese Region kommen und auf einer der zahlreichen Winter Roads unterwegs sind, begegnen Ihnen nicht selten Karibus, Wölfe und Marder.

Vergessen Sie auf keinen Fall Ihre Kamera und machen Sie sich bereit für ein unvergessliches Abenteuer. Entscheiden Sie sich für eine geführte Tour in die Natur der nördlichen Wald- oder Berglandschaften. Oder machen Sie sich unter ortskundiger Führung auf zu einem Wildnis-Trip in die Barrenlands, Zufluchtsstätte für unzählige Tierarten.

Sie möchten die Bewohner der arktischen Region kennen lernen? Dann schließen Sie sich einer Tour in die arktische Tundra bis hinauf zur Eiskante an.

Wenn die Kamera griffbereit liegt, sind unvergessliche Fotoaufnahmen dieser wilden Mitreisenden so gut wie garantiert. Hier unser „Who‘s who“ der Tierwelt der Northwest Territories:

Waldbisons:

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,80 Meter und ein Gewicht von fast einer Tonne sind die Waldbisons die größten Landtiere Nordamerikas und stellen selbst ihre etwas helleren Cousins aus der Prärie in den Schatten.

Wo?

Waldbisons gibt es reichlich im Süden der Northwest Territories. Besonders im und rund um den Wood Buffalo National Park, auf dem Highway No.3 zwischen Fort Providence und Behchoko sowie auf dem Liard Trail sollte man nach ihnen Ausschau halten.

Wann?

Ganzjährig. Im Sommer versammeln sich die Tiere besonders gerne entlang der Highway-Schneisen, da der Wind ihnen dort die Fliegen vom Leib hält.

Elche:

Elche erreichen manchmal eine Schulterhöhe von mehr als 1,80 Meter und ein Gewicht von nahezu 500 Kilogramm! Männliche Tiere erkennt man schnell an ihren riesigen Schaufeln.

Wo?

Elche sind auf dem Festland der Northwest Territories fast allgegenwärtig, aber es lässt sich nur schwer einschätzen, wo und wann man einen der einsamen Wanderer zu Gesicht bekommt. Die besten Chancen gibt es am Liard Highway oder in den Mackenzie Mountains.

Wann?

Ganzjährig, aber besonders aussichtsreich ist eine Begegnung im Herbst. Während der Brunftzeit sind die männlichen Tiere oft weniger scheu.

Grizzlybären:

Grizzlybären erkennt man schnell an ihrer langen Schnauze, dem markanten Buckel und einer Art Kragen um den muskulösen Hals. Die Waage kann bei ihnen gut und gerne bis auf 200 Kilogramm ausschlagen! Grizzlies sind Allesfresser. Sie verdrücken von Wurzeln bis zu Moschusochsen alles, was ihnen über den Weg läuft.

Wo?

Grizzlybären sind sowohl in den Bergen als auch in den Barrenlands der Northwest Territories verbreitet. Der wahrscheinlichste Ort für eine Begegnung mit Reisenden ist entlang des Dempster Highways. Hier patrouillieren die Tiere auf der Suche nach Futter durch das offene, alpine Land.

Wann?

Später Frühling, Sommer und Herbst.

Luchse:

Luchse sind auch als Tiger der Wälder des Nordens bekannt. Als furchterregende, stattliche und unverwechselbare Geschöpfe mit großen Pfoten, schlaksigen Beinen, Ohrenbüscheln und einem Gewicht von bis zu 25 Pfund durchstreifen sie die borealen Wälder auf der Jagd nach Schneeschuhhasen.

Wo?

Luchse gibt es in den gesamten Northwest Territories, werden aber am häufigsten in der Dehcho Region (entlang des Liard und Mackenzie Highways) und im Mackenzie Delta (entlang des Dempster Highways) gesichtet.

Wann?

Ganzjährig

Eisbären:

Auch der große, weiße König der Arktis ist in den Northwest Territories zu Hause. Mit einem Gewicht von bis zu 500 kg und einer aufrechten Größe von fast 3 Metern sind die Eisbären umherwandernde Einzelgänger. Sie ernähren sich hauptsächlich von Seehunden.

Wo?

Eisbären können überall entlang der arktischen Küste sowie auf den Inseln der Hocharktis gesichtet werden. Auch bei einer Fahrt auf dem neuen Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway gibt es die kleine Chance einer Begegnung.

Wann?

Eisbären kann man im Sommer und frühen Herbst an Land sehen. Im restlichen Jahr sind sie dort, wo sie hingehören – weit draußen auf dem Meereseis.

Dallschafe:

Die strahlend weißen, flinken Bergschafe wiegen normalerweise zwischen 60 und 90 Kilogramm. Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen bernsteinfarbene, gebogene Hörner.

Wo?

Dallschafe sind echte Alpinisten – was bedeutet, dass man in bergigere Regionen fahren muss, um sie zu sehen. Autofahrer können einen Blick auf sie ergattern, wenn sie aus dem Yukon kommend in die Nordwest Territories hineinfahren, etwa auf dem Dempster Highway.

Wann?

Sommer

Moschusochsen:

Moschusochsen reichen einem erwachsenen Mann bis zur Brust und können dabei mehr als 300 Kilogramm wiegen! Die großen Huftiere erinnern entfernt an Schafe und sind Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Sie tragen eine Unterschicht aus extrem warmer Wolle, die von einer struppigen Mähne aus dunkelbraunen Haaren bedeckt ist.

Wo?

Die Mehrzahl aller Moschusochsen lebt auf Banks Island in der westlichen Arktis. Sehr selten tauchen die Tiere auch in anderen Regionen der Northwest Territories auf, u.a. auf der Sahtu Winterstraße sowie in der Nähe der Städte Yellowknife und Fort Smith.

Wann?

Ganzjährig

Rentiere:

Rentiere sind eine domestizierte Version der Karibus. Mit ihren wilden Cousins teilen sie ihre schlaksigen Proportionen sowie die gespreizten Hufen, die an Schneeschuhe erinnern. Beide Geschlechter tragen Geweihe.

Wo?

Die größte Rentierherde Kanadas umfasst rund 3.000 Tiere und durchstreift die Tundra des Mackenzie Deltas.

Wann?

Im Frühjahr, wenn in Inuvik das Frühlingsfest „Muskrat Jamboree“ gefeiert wird,  werden die Rentiere zu ihren Kalbungsgebieten an der arktischen Küste getrieben. Man kann sie dann beim Überqueren der winterlichen Eisstraße beobachten.

Wölfe:

Viele Mythen und Geheimnisse ranken um den Wolf, der in den Northwest Territories stark vertreten ist. Mit Fellfarben von geisterhaftem weiß bis hin zu rabenschwarz erinnern die Wölfe an langbeinige Huskys und können dabei bis zu 50 Kilogramm wiegen. Wölfe leben in Rudeln und ernähren sich von Karibus, Moschusochsen und Elchen.

Wo?

Autofahrer haben entlang aller Highways der Northwest Territories gute Aussichten, Wölfe zu erblicken. Allerdings sind sie sicherlich im Norden, entlang des Dempster Highways und weiter südlich in der Nähe des Wood Buffalo National Parks am meisten verbreitet.

Wann?

Ganzjährig.

Schwarzbären:

Schwarzbären sind die kleinste und am weitesten verbreitete Bärenart der Northwest Territories. Sie können bis zu 180 Kilogramm wiegen und haben eine Schulterhöhe von etwa einem Meter.

Wo?

Entlang aller Highways, die durch waldreiches Gebiet führen, z.B. Highways No. 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7.

Wann?

Im Frühjahr scheinen die Schwarzbären die Straßenränder regelrecht zu überschwemmen.

Karibus:

Karibus erreichen ein Gewicht von bis zu 140 Kilogramm und eine Schulterhöhe von mehr als einem Meter. Ihre langen Beine und breiten Hufe eignen sich bestens zum federleichten Marschieren über den Schnee.

Wo?

Waldkaribus streifen in geringer Dichte durch die Wälder der Northwest Territories. Bessere Aussichten auf eine Begegnung gibt es bei den Barrenground Karibus, die riesige Herden bilden. Entlang des Dempsters und Inuvik-Tuktoyaktuk-Highways sollte man nach ihnen Ausschau halten.

Wann?

Ganzjährig auf dem Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway. Im Herbst auf dem Dempster Highway. Im Winter und Frühling auf der (privaten) Eisstraße von Tibbitt nach Contwoyto.

Schneehühner:

Wer glaubt, diese charmanten kleinen Federbälle seien nicht sonderlich clever, übersieht die Tatsache, dass die Schneehühner wahre Meister der Tarnung sind. Im Sommer fügen sie sich nahtlos in die Tundra und das Unterholz ein, im Winter kann man sie schnell einmal mit flauschigen Schneeballen verwechseln.

Wo?

Überall in den Northwest Territories. Im Winter sieht man sie häufig in Scharen und in niedriger Höhe über die Straßen flattern.

Wann?

Ganzjährig, obwohl sie im Sommer schwieriger zu sehen sind. Sie lieben es, in den nördlicheren Regionen der Northwest Territories zu brüten.